Frühjahrskur für Auto und Reifen
8. April 2010
Frühjahr: Die Jahreszeit, in der die Bäume grün und viele Felgen wieder glänzend werden.
Denn in den Wochen um Ostern wechseln die meisten Autofahrer von Winterreifen auf
Sommerbereifung - und säubern dabei Reifen und Felgen oder montieren wieder
Leichtmetallfelgen und Zier-Radkappen. Ein perfekter Zeitpunkt für jeden Autofahrer
also, seinem Fahrzeug einen Frühjahrsservice zu gönnen und sich dabei auch einmal dem
Zustand seiner Reifen zu widmen.
Mindestens 1,6 Millimeter Profil schreibt der Gesetzgeber für Reifen vor, Experten
raten zu mehr: Drei Millimeter lautet etwa die Empfehlung des ADAC
, sollten als
Mindestprofil auf den Reifen sein. Beim Wechsel im Frühjahr ist die ideale Gelegenheit,
die Tiefe des Profils zu prüfen. Entsprechende Messschieber gibt es im Autozubehör- und
Reifenhandel, aber auch ein Ein-Euro-Stück leistet schon gute Dienste: Dessen Rand aus
Nickel-Messing-Legierung ist knapp über 3 mm breit - lässt er sich also in voller Höhe
ins Profil versenken, hat der Reifen noch genügend Reserven. Bei einem Winterreifen,
dessen Profil knapp an oder unter dieser Grenze liegt, kann es sinnvoll sein, bereits
jetzt über eine Neuanschaffung zur Wintersaison nachzudenken. Soweit man für diese Pneus
allerdings eigene Felgen angeschafft hat, sollte man mit der Entsorgung warten: Die
Felgenränder werden durch die aufgezogenen Reifen geschützt und können so bei der
Lagerung nicht beschädigt werden.
Winterreifen: Einlagern nach kurzem Service
Kühl, trocken, dunkel und ohne chemische oder mechanische Beeinflussung: So sieht das
perfekte Reifenlager aus. "Winterreifen ohne Felge lagert man am besten senkrecht
stehend ein. Auf Felgen aufgezogene Reifen kommen am besten liegend über den Sommer",
rät Dr. Bernd Löwenhaupt, Entwicklungschef bei Dunlop. "Markenreifen moderner Bauart
kann man danach getrost unberührt lassen - der alte Ratschlag, stehend gelagerte Reifen
im Monatsrhythmus zu drehen ist überholt, denn die Konstruktion ist heute in aller Regel
so stabil, dass sie sich während der Lagerung nicht verformt." Allerdings gilt es, vor
der Einlagerung einige Punkte zu beachten. So markiert man die Einbauposition schon bei
der Demontage auf den einzelnen Reifen mit Kreide (VL für "vorne links", "HL" für "hinten
links" usw.) und wäscht den Schmutz des Winters fort: Dreck und Streusalzreste können
nämlich durchaus für vorzeitige Alterungserscheinungen sorgen. "Bei der Einlagerung
sollte man es deshalb auch nicht übertreiben und den Reifen zum Beispiel keinesfalls
luftdicht verpacken", ergänzt Löwenhaupt. "Dann können Feuchtigkeitsreste nicht
verdunsten, die dem Reifen ebenfalls nicht gut tun." Neben der Wäsche für Reifen
und Felge sollte auch das Profil geprüft werden: Einlagerungen - etwa im Profil
verklemmte Splitreste und kleinere Steine - können vorsichtig mit einem nicht zu
scharfen Gegenstand entfernt werden.
Spritsparen durch Gewichtsersparnis
Auch das Auto hat beim Start ins Frühjahr eine Frischzellenkur verdient. So rät der
ADAC
zu einer Wäsche mit gründlicher Vorwäsche, auch eine Motorwäsche von Expertenhand
kann sinnvoll sein. Ideal ist der Zeitpunkt auch für die Erneuerung von
Scheibenwischerblättern, Scheibensäuberung von innen und außen, Prüfen von
Motoröl- und Kühlwasserstand: Das alles lässt sich in einem Aufwasch erledigen.
Beim Wechseln von Winter- auf Sommerreifen ist auch der Blick auf Radkästen
und -aufhängungen samt Bremsen frei. Auch hier ist die Gelegenheit für einen
kurzen Check gut. Wer seine Reifen in der Werkstatt wechseln lässt, sorgt
dabei dafür, dass dieser prüfende Blick vom Fachmann stammt und kann gleich
die Reifen gegen eine verhältnismäßig geringe Gebühr einlagern lassen - das
spart Platz und Mühe. Letzter Schritt der Frühjahrskur: überflüssigen Ballast
aus Auto und Kofferraum entfernen. Schließlich spart jedes Kilo weniger Gewicht
Sprit und damit bares Geld.
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