Saab plant neues Modell nach Vorbild des 92
8. April 2010
Unter der neuen Führung von Victor Muller plant
Saab
ein neues Modell, das an
das Erfolgsmodell Saab 92 aus dem Jahr 1949 erinnern soll. Allerdings soll der
neue 92 nicht wie beim
Fiat 500
im Retro-Look auf den Markt kommen, sondern
als moderne Interpretation. „Die Marke war stets zukunftsorientiert und
stand für Innovationen, beides verkörperte der Saab 92 von 1949. Unser
neues Modell muss ebenfalls diesem Anspruch gerecht werden“, sagte Muller
im Gespräch mit auto motor und sport. Zunächst muss die Marke jedoch andere
Aufgaben lösen, denn laut Muller soll das Unternehmen ab 2012 schwarze
Zahlen schreiben. Der Plan sieht vor, dass dann rund 100.000 Fahrzeuge
jährlich das Werk verlassen – in diesem Jahr wird es maximal die Hälfte sein.
Derzeit läuft die Fertigung des
Saab 9-5
an, Anfang 2011 folgt dessen Kombi-Variante.
Im zweiten Quartal startet der Offroader 9-4x, der wie geplant von General Motors
zugekauft wird. Gefertigt wird der
BMW X5
-Konkurrent in Mexiko. Der erste
Neuentwicklung unter neuer Führung folgt 2012: Der Nachfolger des noch auf dem
Opel Vectra basierenden
9-3
. „Dabei bedienen wir uns Komponenten, die vom
aktuellen Modell sowie vom neuen
9-5
stammen“, erklärt Saab-Geschäftsführer
Jan-Ake Jonsson.
Vor allem das einstige Steckenpferd der Turbo-Technologie will Jonsson mit dem
neuen Mittelklasse-Modell wieder zum Aushängeschild der Marke machen: „Schon der
9-5 1.6t wird dem typischen
Saab
-Anspruch gerecht, der
9-3
wird das perfektionieren“.
Bis auf den 9-4x werden alle künftigen Fahrzeuge in Trollhättan gebaut. Selbst
wenn das Ziel von 100.000 Einheiten pro Jahr erreicht wird, bleibt in der Produktion
noch Luft für weitere 90.000 Autos. Derzeit arbeiten 3.500 Menschen für das
Unternehmen, in den kommenden drei Jahren sind rund 800 Neueinstellungen geplant.
„Saab ist typisch für Schweden, deswegen kommt eine Verlagerung nicht infrage.
Immerhin liegen die Kosten um 20 Prozent unter denen in Deutschland“, sagt Muller.
Zudem verfüge man durch die Nähe zu Volvo über eine gesunde Zuliefererbasis. Für
Muller wäre es daher „das Schlimmste, wenn Volvo verkauft und die Fertigung aus
Schweden abgezogen wird“. Volvo-Eigner Ford will das Unternehmen an den chinesischen
Konzern Geely verkaufen. Saab hat unterdessen die Urheberrechte am alten
9-5
zusammen mit einigen Produktionsmaschinen an Beijing Automotive verkauft.
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