Deutschland verschläft Entwicklung bei Elektroautos
Alternative Antriebskonzepte noch zu teuer und kaum verbaut
3. April 2010
Die Bemühungen deutscher Automobilhersteller um energiesparende und
umweltfreundliche Antriebe gehen dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (
ADAC
)
längst nicht weit genug. Obwohl bereits Mercedes die
S-Klasse
als Hybrid-Variante
vorgestellt und Volkswagen sogar Luxus-Geländewagen mit dem kombinierten
Antriebssystem realisiert hat, müsse der Rückstand zur Konkurrenz aufgeholt
werden, meint ADAC-Präsident Peter Meyer. Insider Ferdinand Dudenhöffer wies
gegenüber pressetext mehrmals auf Infrastrukturdefizite hin.
Deutsche Hybride nur "Feigenblätter"
Gegenüber dem Berliner Tagesspiegel bezeichnet Meyer die Hybridmodelle beider
deutschen Marktplayer lediglich als "Feigenblätter". Dem Fachmann nach hätte
der Massenmarkt nichts davon. Außerdem hätten die Hersteller die Entwicklung
"verschlafen". "Die Deutschen bauen die Hybridtechnik nur in teure Autos ein,
da der Preisaufschlag deren Käufer kaum schmerzt", sagt Meyer. In kompakten,
ohnehin bereits spritsparenden Kleinwagen wie einem
Opel Corsa
oder einem
VW Polo
ist man entwicklungsbezogen noch nicht weit und noch immer zu teuer.
Angesichts der Vorgehensweise bei der asiatischen Automobilkonkurrenz besteht laut
Meyer in Bezug auf den Standort Deutschland enormer Nachholbedarf. Als Vorbild sieht
der ADAC-Chef unter anderem Produktionsländer wie Korea. Denn Automobilkonzerne dort
würden bei alternativen Antrieben bereits 8.000 Ingenieure mit dem Thema beschäftigen.
Hierzulande gebe es nicht einen einzigen Automobilbauer, der auch nur ein Zehntel
davon für die neuen Antriebe aufwendet. Initiativen der Regierung seien positiv,
kämen jedoch zwei Jahre zu spät.
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