AvD: "Vandalismus" unter der Motorhaube nimmt zu
24. April 2010
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) weist darauf hin, dass in den kommenden Monaten wieder verstärkt mit
Marderschäden zu rechnen ist und der "Vandalismus" unter der Motorhaube zunimmt. Marder sind im Frühjahr,
kurz vor der Paarungszeit, und bis in den Spätsommer hinein besonders aktiv. Parkende Autos werden dann
häufig "Opfer" ihrer Territorialkämpfe. Denn Marder-Rüden stecken ihre Reviere ab und markieren die Grenzen
mit Urin, um Nebenbuhler von ihren Weibchen fern zu halten. Parkt ein so markiertes Auto nun an anderer Stelle,
im Revier eines anderen Marders, lebt dieser seine Aggressionen nicht selten im Motorraum aus.
Durchgebissene Zündkabel oder Kühlwasserschläuche, beschädigte Achsmanschetten oder Isoliermatten
sind dann die Folge. Fahrzeuge, die häufig an verschiedenen Orten geparkt werden, sind dementsprechend besonders gefährdet.
Nach Angaben des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) ist die Zahl der Marderschäden in den
vergangenen Jahren deutlich gestiegen: 2007 lag sie noch bei knapp über 180.000, im Jahr darauf bei fast 199.000. Die
Kosten für die von Mardern verursachten Schäden stiegen im gleichen Zeitraum von knapp 40 Millionen auf über 46 Millionen
Euro. Da lediglich die kaskoversicherten Fahrzeuge erfasst werden, geht der AvD davon aus, dass weit mehr Autofahrer
betroffen sind und Schäden beseitigen mussten. Präventionsstrategien sind gefragt. Der AvD empfiehlt, auf das
Weidezaun-Prinzip zu setzen. Elektrische Geräte, die in den Motorraum eindringenden Mardern einen leichten Schlag
versetzen, haben sich als am effektivsten erwiesen. Sind in der Nachbarschaft Marder unterwegs, kann vorübergehend
auch eine Motorwäsche helfen, um die von den Rüden hinterlassene Duftmarke zu beseitigen. Ein Stück unter das Auto
gelegter Maschendraht kann die Tiere irritieren und ebenfalls zeitweise abschrecken. Als völlig wirkungslos haben sich
sämtliche "Ersatz-Duft-Strategien" erwiesen – vom WC- oder Marder-Abwehr-Spray über Hundehaare bis hin zu
Mottenkugeln. Versuche der Uni Gießen belegen, dass Marder damit nicht zu beeindrucken und zu vertreiben sind.
Der AvD rät, in den kommenden Monaten besonders aufmerksam zu sein und falls der Motor unrund läuft, Kabel und
Schläuche zu kontrollieren. Gegebenenfalls sollte ein Fachmann in der Werkstatt hinzugezogen werden, der den
Motorraum nach etwaigen Marderschäden durchforstet. Treten Folgeschäden auf, können die Reparaturkosten erheblich
steigen.
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