DAT-Report 2010 mit vielen Details zur Autobranche
29. April 2010
Ein wichtiges Kompendium über den Neu- und Gebrauchtwagenmarkt ist der jährlich erscheinende Report der
Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT). Laut der aktuellen Ausgabe 2010 entschieden sich im Jahr 2009
mehr ehemalige Gebrauchtwagenkäufer zum Erwerb eines Neuwagens als ehemalige Neuwagenkäufer zur
Anschaffung eines Gebrauchten. Im vergangenen Jahr stiegen nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) 824.000
ehemalige Neuwagenkäufer auf einen Gebrauchten um, aber 1.511.449 bisherige Gebrauchtwagenkäufer legten sich ein
Neufahrzeug zu.
Der durchschnittliche Neuwagenpreis sank, bedingt durch die Umweltprämie und den damit verbundenen Kauf von
vornehmlich kleineren Autos, auf 22.520 Euro (2008: 25.990 Euro). Der Durchschnittspreis für Gebrauchtwagen lag
im vergangenen Jahr mit 8.590 Euro unter den 8.690 Euro des Jahres 2008.
Im Rahmen der DAT-Untersuchung wurden
die repräsentativ ausgewählten Autokäufer nach ihrer Meinung zu einigen Themen befragt, die immer wieder diskutiert
werden. So gaben 88 Prozent aller Befragten (das sind weniger als letztes Jahr) als Kaufgrund an, Spaß am Autofahren
zu haben - trotz der weiter angestiegenen Kosten. Für 11 Prozent scheint das Auto aber nur ein Mittel zum Zweck
der Fortbewegung zu sein. Bei der Frage, ob mit der Ökosteuer über den Kraftstoffpreis das Rentensystem gestützt
werden soll, befanden dies nur 30 Prozent der Befragten für gut, 68 Prozent halten davon laut DAT-Report wenig oder
gar nichts. Eine deutliche Mehrheit gab es hingegen für den Autobahnausbau: Zwei von drei Autofahrern sind der
Meinung, dass das Autobahnnetz Verbesserungen nötig hat. Männer sprachen sich häufiger (73 Prozent) für einen
Autobahnausbau aus als Frauen (55 Prozent). Nur eine Minderheit von 28 Prozent der Autofahrer hält eine
Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h (Landstraßen) bzw. 100 km/h (Autobahnen) aus Umweltschutzgründen für
sinnvoll. Für 70 Prozent würden derartige Begrenzungen keinen Sinn machen. Weitgehend akzeptiert ist bei den
befragten Autofahrern hingegen "Tempo 30" in Wohngebieten. 82 Prozent halten diese Geschwindigkeit für angebracht,
nur noch 16 Prozent möchten dort schneller fahren dürfen. Ein Rechtsüberholen auf Autobahnen findet bei den
Befragten wenig Zustimmung, denn nur 23 Prozent glauben daran, dass damit der Verkehrsfluss verbessert
werden kann. Bei einem Stau nehmen 65 Prozent lieber die Behinderung in Kauf, als aufgrund von
Verkehrsfunkinformationen die Fahrstrecke spontan zu ändern. Als Möglichkeit, Kosten beim Autofahren zu
sparen, gaben immerhin 19 Prozent aller Befragten an, sie würden Wartungs- und Reparaturarbeiten so weit wie
möglich aufschieben.
Nur 66 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge erhalten Werkstatt-Inspektionen. Auf den Einbau von Original-Ersatzteilen
im Reparaturfall legen nur 54 Prozent der Fahrzeughalter Wert. Originalteile sind für ältere Fahrzeughalter viel
wichtiger als für jüngere, und Fahrer von Fahrzeugen der Oberklasse-Marken schätzen Originalteile deutlich
mehr als Halter anderer Marken.
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