Autoverkäufe in Europa erstmals wieder rückläufig
20. Mai 2010
Im April haben die Zulassungen von neuen Pkw um 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat abgenommen.
Nach zehn Monaten kontinuierlichem Anstieg registrierte der Verband europäischer Automobilhersteller ACEA damit
einen Knick bei den Autoverkäufen in Europa. Die Automobilhersteller führen dies auf die andauernde Konjunkturschwäche
bei gleichzeitigem Auslaufen der Abwrackprämien in den meisten europäischen Ländern zurück. Der Rückgang im
deutschen Markt um 31,7 Prozent gegenüber April 2009 fällt dabei besonders stark ins Gewicht. Die Flaute
erfasste aber auch die im Vorjahr boomenden Absatzmärkte Italien (- 15,7 Prozent), Tschechien (- 13,2 Prozent),
Polen (- 11,9 Prozent) und Österreich (- 11,6 Prozent). Auf Europas zweitgrößtem Markt, Frankreich, stagnierten
die Neuzulassungen (+ 1,7 Prozent). Nur auf der iberischen Halbinsel wird dank Prämien weiter unverdrossen
gekauft: + 39,3 Prozent in Spanien, + 32,9 Prozent in Portugal.
Nachdem im Vorjahr kleinere Fahrzeuge reißenden Absatz gefunden hatten, holten im April 2010 auch Marken
wie
Volvo
(+ 35,2 Prozent), BMW (+ 15,8 Prozent) und Mercedes (+ 3 Prozent) auf. Nach der positiven Bilanz
der ersten vier Monate des Jahres mit 4,8 Prozent mehr Neuzulassungen in EU und EFTA als im Vergleichszeitraum
des Vorjahres erwartet die Automobilindustrie ein schwieriges zweites Halbjahr. Das Marktforschungsinstitut J.D.
Power rechnet für 2010 mit einer leichten Produktionssteigerung von 4,1 Prozent. Vergangenes Jahr liefen im
Vergleich zu 2008 19,9 Prozent weniger Pkw und leichte Nutzfahrzeuge von Europas Fabrikbändern.
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