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Abzocke beim Urlaubs-Check

Studie: Werkstätten empfehlen überflüssige Reparaturmaßnahmen

21. Juli 2010
Gerade zur Sommerzeit locken zahlreiche Autowerkstätten mit günstigen Urlaubs-Checks. Doch Vorsicht: Wer nicht aufpasst, kann durch die vermeintlichen Sonderangebote finanziell schnell unter die Räder kommen. Wie VOX in der Sendung "auto mobil" am 18.07.(Sonntag) berichtete, haben bei einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Moventi acht von 30 getesteten Kfz-Werkstätten überflüssige Reparaturen empfohlen - im Wert von durchschnittlich 436 Euro.

Besonders auffällig war das Gefälle zwischen Werkstattketten und markenunabhängigen Anbietern. Kein Mitarbeiter der getesteten freien Betriebe riet zu unnötigen Maßnahmen, während acht der 24 überprüften Marken-Werkstätten überhöhten Reparaturbedarf diagnostizierten.

In sechs deutschen Großstädten (Hamburg, Berlin, Dortmund, Frankfurt, Stuttgart und Dresden) haben die Testkunden von Moventi unter dem Vorwand eines Urlaubs-Checks die Werkstattketten ATU, Pitstop, Euromaster und Vergölst untersucht. Zusätzlich nahmen sie in jeder Stadt einen freien Betrieb unter die Lupe. Vor dem Test wurde ein unabhängiges Gutachten über den Zustand der Autos erstellt. "Für uns war interessant zu wissen, ob und welche Unterschiede es zwischen diesem Gutachten und den durch die Werkstätte empfohlenen Maßnahmen gibt", erläutert Moventi-Geschäftsführer Johannes Broscheid-Vogt.

Bei der Studie schnitt insbesondere die Kette Vergölst schlecht ab. In vier der sechs Test-Städte regten die Mitarbeiter der Marken-Werkstätten kostspielige Maßnahmen an. "Spitzenreiter" war dabei die Filiale in Stuttgart: Hier war der Wert der empfohlenen Reparaturen um 1.145 Euro höher als vom Gutachter diagnostiziert. Die Vergölst-Filialen in Hamburg, Dresden und Frankfurt rieten zu unnötigen Reparaturen im Wert von 720, 554 und 297 Euro.

Einen etwas besseren Eindruck bei dem Test hinterließen die Werkstätten der Marke Pitstop. Deren Mitarbeiter rieten lediglich in Hamburg (442 Euro) und Stuttgart (122 Euro) zu Reparaturen mit überhöhten Kosten. Bei den ATU-Filialen waren die Städte Stuttgart (171 Euro) und Frankfurt (36 Euro) betroffen. Ein vorbildliches Ergebnis erzielten die Werkstätten der Kette Euromaster: Hier entsprachen die empfohlenen Maßnahmen in allen Test-Städten dem entsprechenden Gutachten.

Insgesamt wurden insbesondere unnötige Reparaturen für Bremsen (36 Prozent), Reifen und Fahrwerk (je 21 Prozent) sowie Auspuffanlage (14 Prozent) empfohlen.

Zusätzlich erhob Moventi die Servicequalität der Werkstätten mit einem so genannten "Servicerating". Dieses beinhaltet weiche Faktoren wie Freundlichkeit, Beratungs-, Lösungs- und Fachkompetenz sowie die Zufriedenheit der Testkunden. Auch dabei überzeugten die freien Werkstätten und erhielten mit 95 Prozent die mit Abstand höchste Wertung. Ein gutes Rating-Ergebnis erzielten auch die Marken Vergölst (83 Prozent) und Euromaster (81 Prozent). Vergleichsweise geringere Wertungen vergaben die Testkunden für die Werkstätten von ATU (74 Prozent) und Pitstop (69 Prozent).

"Interessanterweise gibt es bei unserer Studie keinen Zusammenhang zwischen gutem Service und der Qualität der Reparaturangebote", erklärt Broscheid-Vogt. "Ein nettes Lächeln ist kein Garant für eine ehrliche Betreuung. Nicht nur deswegen zeigt die Studie, dass Kunden die angebotenen Leistungen kritisch durchleuchten sollten. Eine zweite Meinung oder ein Gutachten sind bei solchen Checks sinnvoll."

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