Autofahren all-inclusiv ist nicht immer ein Schnäppchen.
ADAC: Finanzierungsmodell mit Schattenseiten
30. Juli 2010
Flatrates beim Telefonieren oder Internetsurfen gelten meist als besonders
günstig. Autofahren per Flatrate kommt den Verbraucher dagegen teurer zu
stehen als andere Finanzierungsmodelle. Dies hat der ADAC jetzt bei einem
Vergleich von drei All-Inclusive-Angeboten der Hersteller Ford, Audi und Volvo
herausgefunden. Bei diesem Verkaufsmodell werden 48 Monate lang Ratenzahlungen
geleistet. Darin sind in der Regel Inspektions- und Wartungsarbeiten
in der Vertragswerkstatt und auf Wunsch auch die Kfz-Versicherung enthalten.
Am günstigsten ist immer noch der Barkauf. Vor allem deshalb, weil man als
Barzahler einen höchstmöglichen Rabatt auf den Listenpreis aushandeln kann
und keine Finanzierungskosten anfallen. Aber auch die Ratenzahlung beim
Hersteller sowie die Finanzierung über die Hausbank erweisen sich im Vergleich
günstiger als die Flatrates, wenngleich die Unterschiede geringer ausfallen.
Ein wichtiger Nachteil der Flatrate ist, dass der Listenpreis des Fahrzeugs
in der Regel nicht verhandelbar ist. So entgeht dem Kunden ein üblicher
Rabatt, den er ohne Flatrate erzielen könnte. Auch die teilweise hohen
Bearbeitungsgebühren, die mehrere Hundert Euro betragen können, verteuern
die Sorglos-Angebote der Hersteller. Das Angebot relativiert sich auch,
wenn man bedenkt, dass in den ersten vier Jahren eines Fahrzeuglebens erfahrungsgemäß
ohnehin kaum größere Reparaturen anfallen.
Was bleibt, ist der Komfort und die Bequemlichkeit, die eine Flatrate dem Käufer
bietet. Er muss nicht selbst aktiv werden – der Aufwand für die Wahl der
günstigsten Versicherung, für den Preisvergleich bei Reparaturarbeiten sowie
für die Suche nach der besten Finanzierung entfällt. Auch muss er vier Jahre
lang keine weiteren (Reparatur-)Kosten einkalkulieren und ist so vor bösen
Überraschungen sicher. Die Fahrzeughersteller verfolgen nach Ansicht des
ADAC mit ihren Angeboten vor allem zwei Ziele: Flatrates werden auf der Basis
des Listenpreises berechnet – damit ist ein Feilschen um Rabatte von vorneherein
nicht möglich. Außerdem müssen die Inspektions- und Wartungsarbeiten
in einer Vertragswerkstatt durchgeführt werden. Auf diese Weise erreichen
die Hersteller eine bessere Auslastung ihres Händlernetzes.
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