Ölverdünnung - Kurzstrecke macht dem Diesel zu schaffen
ADAC rät: Im Zweifel öfter mal das Öl wechseln
30. Juli 2010
Werden Dieselfahrzeuge mit Rußfilter häufig im Kurzstreckenbetrieb gefahren,
kann dies dazu führen, dass Kraftstoff das Motorenöl verdünnt. Der ADAC hat
deshalb die Motorenöle von 30 Fuhrpark-Dieselfahrzeugen mit Partikelfiltersystem
untersucht, die überwiegend im Kurzstreckeneinsatz genutzt wurden.
Dabei stellten die Experten bei 21 Ölproben eine mindestens siebenprozentige
Verdünnung durch Dieselkraftstoff fest. Die Hälfte der Fahrzeuge hatte eine
Ölverdünnung von mehr als zehn Prozent. Bei den Fahrzeugen mit höherer
Öl-Laufleistung konnte bei jedem zweiten Testfahrzeug eine Ölverdünnung
von über 15 Prozent nachgewiesen werden. Untersuchungen an weiteren 50
Fahrzeugen haben die Ergebnisse der ersten Versuchsreihe bestätigt. Die
Maximalverdünnungen erreichten hier sogar Werte bis etwa 25 Prozent, was
möglicherweise auf noch ungünstigere Einsatzbedingungen zurückzuführen
ist.
Ursache für die Ölverdünnung ist die sporadische Einspritzung einer extra
Portion Kraftstoff zur automatischen Reinigung des Russfilters. Sie kann
selbst auf längeren Fahrstrecken mit höheren Öltemperaturen nicht wieder
vollständig abgebaut werden. Insbesondere die Biodiesel-Anteile im Motoröl
steigen stetig; ihr Eintrag verdampft kaum. Die Folge: Die Schmierfähigkeit
des verdünnten Öls nimmt ab. Im schlimmsten Fall kann dies zu unerwünschtem
Verschleiß im Motor führen. Im Allgemeinen gelten Ölverdünnungen bis
zehn Prozent für den Motor als unkritisch. In Einzelfällen erlauben Hersteller
für einige Motorkonzepte sogar Verdünnungen bis zu 25 Prozent. Wie die Motoren
auf Dauer auf extreme Verdünnungen reagieren, werden erst in den
nächsten Jahren unabhängige Forschungsprojekte belegen.
Der ADAC fordert die Fahrzeughersteller auf, die Partikelfilter-
Regenerationsverfahren weiter zu entwickeln, die auch im Kurzstreckenbetrieb
keine Verkürzung der Ölwechselintervalle erforderlich machen und die volle
Gebrauchsfähigkeit des Fahrzeuges ohne Nachteile sicherstellen. Die Vertragswerkstätten
sollten ihren Kunden attraktive Ölwechselangebote – speziell
für Diesel-Kurzstreckenfahrer – anbieten. Ölpreise von 25 bis über 30 Euro je
Liter sind kein Anreiz für einen vorsorglichen Ölwechsel. Den Autofahrern
empfiehlt der Club eine regelmäßige Kontrolle des Ölstandes. Deutlich steigende
Ölstände sind ein sicheres Indiz für eine signifikante Ölverdünnung.
Hier ist oft ein vorgezogener Ölwechsel ratsam.
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